· 

Salz in der Beikost

Salz für Babys? Vielleicht hast du dich auch schon mal gefragt, ab wann und wie viel Salz dein Baby essen darf? Oder ob es etwas von der von Oma angebotenen Leberwurst essen kann? Vielleicht fragst du dich in welchen Lebensmitteln besonders viel Salz steckt und wie du diese ersetzen kannst, damit dein Baby am Familientisch mitessen darf?

Antworten auf all diese Fragen findest du in diesem Blogartikel!

Beginnen wir mal ganz wissenschaftlich und mit ein paar Grundlagen. Kochsalz besteht aus den Mineralstoffen Natrium und Chlorid (NaCl) und diese haben wichtige Aufgaben in unserem Körper. Natrium zum Beispiel ist verantwortlich für die Reizübertragung in Muskeln- und Nerven und für den Wasserhaushalt unseres Körpers. Chlorid ist ein wichtiger Bestandteil der Magensäure und hilft bei der Aufrechterhaltung der Flüssigkeitsverteilung im Körper.

 

Darüber, wie viel Salz ein Mensch maximal zu sich nehmen sollte, gibt es verschiedene Empfehlungen. 

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 6g pro Tag für einen Erwachsenen, und macht keine Angaben für Kinder. Vom National Health Service (NHS UK) sind für jede Altersgruppe eigene Grenzen festgelegt worden: 

 

Altersgruppe Salz pro Tag maximal
 Kinder unter 1 Jahr 1g

Kinder 1-3 Jahre

2g

Kinder 4-6 Jahre

3g

Kinder 7-10 Jahre

5g

Kinder ab 11 Jahre und Erwachsene

6g

Nach diesen Grenzen darf ein Baby also vor seinem ersten Geburtstag ca. 1 Gramm Salz am Tag zu sich nehmen, wir Erwachsenen dagegen 6mal so viel.

 

 Die WHO gibt als Grenzwert pro Tag für Erwachsene 5g an, und empfiehlt für Kinder entsprechend ihrem geringeren Energiebedarf niedrigere Grenzen, es werden aber keine genauen Werte angegeben. Berechnet man es anhand des (geschätzten) Energiebedarfs dürfte die Grenze bei ca. 1,5-2g pro Tag liegen. Laut WHO dürfen Kinder also genauso salzhaltig essen wie Erwachsene, und durch ihren geringeren Energiebedarf reduziert sich entsprechend ihre aufgenommene Salzmenge.

 

Ganz einig sind sich also auch die Fachleute und Organisationen nicht, wenn es um die Grenzen für Salz bei Babys und Kleinkindern geht. Um verlässliche und sichere Grenzwerte zu erhalten wären nämlich Studien nötig, die sich schon aus rein ethischen Gründen nicht durchführen lassen.

Wie bei vielen Dingen auch, macht beim Salz die Dosis das Gift.

Der Mensch braucht Salz, denn es ist für wichtige Funktionen im Körper, wie die Regulation des Wasserhaushalts, die Nervenfunktion und die Verdauung nötig. Dafür reichen bei einem Erwachsenen aber ca 3-4g pro Tag.

 

Zuviel Salz kann aber definitiv nicht nur ungesund sondern regelrecht gefährlich sein. Immer mal wieder hört man auch von sehr tragischen Fällen in denen der verzehr von sehr salzhaltigen Speisen bei Kindern sogar tödlich endete. Dazu sind aber wirklich große Mengen Salz nötig! Also keine Panik. So sind ca 0,5 bis 1 Gramm Kochsalz pro Kilogramm Körpergewicht lebensgefährlich und können bei Kindern Schwellungen im Kopf und Blutungen im Gehirn auslösen. 


Aber abgesehen davon ist auch ein dauerhaft zu salzhaltiges Essen ungesund. Es kann auf lange Sicht zu Bluthochdruck führen, und auch wichtige Organe im Körper (Herz, Gehirn, Nieren und Blutgefäße) schädigen. Und wer ständig salzreich isst, gewöhnt sich daran und verlangt immer weiter nach (zuviel) Salz. Umgekehrt kann man sich aber auch wieder an eine salzarme Ernährung gewöhnen.


Eine salzarme Ernährung hat also durchaus Vorteile für den Körper und die Gesundheit.

 

Grundsätzlich ist es laut Aussage der WHO unproblematisch, wenn ein Kind so salzhaltig isst wie ein Erwachsener, vorausgesetzt dieser ernährt sich nicht zu Salzhaltig. Doch wenn man sich einmal den Durchschnittsverbrauch in Deutschland ansieht, so liegt dieser bei Frauen bei 8,4 Gramm, der von Männern sogar bei ganzen 10 Gramm Salz! Fest steht also, die meisten von uns nehmen vermutlich zu viel Salz zu sich, und es würde auch uns gut tun, etwas salzärmer zu essen. Deshalb empfehle ich einige grundsätzliche Anpassungen der Familienkost, damit dein Baby unproblematisch mitessen kann.

 

Den Löwenanteil des Salzes nehmen wir über verarbeitete Lebensmittel zu uns. Nur etwa 20 Prozent fügen wir selbst unserem Essen zu. Die Hauptquellen für Salz sind dabei Brot und Brötchen (mit etwa 27-28 % der aufgenommenen Salzmenge), gefolgt von Fleisch und Wurst (15-21%) und Milchprodukten und Käse (10-11%).

 

Auch Convenience- und Fertigprodukte sind oft sehr salzhaltig und sollten daher in der Beikost möglichst keinen oder einen nur geringen Bestandteil ausmachen.

 

Um das Familienessen salzarm zu gestalten, sodass es für alle Beteiligten gesund und lecker ist, kann man also an einigen Punkten auf den Salzgehalt achten.
So haben Frischkäse und Mozzarella einen deutlich geringeren Salzgehalt als Gouda oder Emmentaler. Müsli oder Haferflocken enthalten in der Regel kein zugesetztes Salz und sind daher eine gute Alternative zu Brot (mit Jogurt und etwas frischen Obst angerührt -  auch ohne Löffel - für kleine Hände gut essbar!). 

Wurst ist generell kein gesundes Lebensmittel und sollte auch wegen des hohen Salzgehalts nicht allzu häufig auf dem Speiseplan stehen. 

Versuche Brot oder Brötchen eher mit salzärmeren Belag zu kombinieren, wie Gurken, Tomaten Frischkäse, Obst- oder Mandelmus. 

 

Beim Kochen kannst du ebenfalls eher salzarm zubereiten indem du generell frische, wenig verarbeitete Lebensmittel benutzt. Diese enthalten meist wenig Salz. Füge nur wenig Salz hinzu, und salze dann, wenn nötig für dich am Tisch nach. Aber Vorsicht, Kinder lernen durch Nachahmen, und wollen sicher auch bald den Salzstreuer haben! Von daher ist es (auch für deine eigene Gesundheit) sinnvoll dass ihr alle einfach salzärmer esst. 

 

Seit 2016 ist es vorgeschrieben, dass auf der Verpackung von Lebensmitteln eine Angabe zur enthaltenen Salzmenge stehen muss. Vorher fand man oft man nur die Angabe über die Natriummenge, die sich im Produkt befindet. Aus dieser kann man aber recht leicht die Salzmenge berechnen:

Salzmenge = Natriummenge x 2,54

 

Mit den Angaben auf der Packung kannst du dir also bei vielen Produkten einen schnellen Eindruck verschaffen, wie viel Salz enthalten ist, und gegebenenfalls gegen salzärmere Alternativen tauschen. Aber mach dich nicht verrückt dabei! Selbst wenn es in einer Mahlzeit mal etwas mehr Salz ist, dann versuch dies einfach über die anderen Mahlzeiten etwas ausgleichen. Das gleiche gilt, wenn es mal ein ganzer Tag war. Dann schau, dass es am nächsten Tag wieder etwas weniger ist.

 

 Was sollst du also nun machen, wenn die Oma deinem kleinen Schatz unbedingt immer ein Leberwurstbrot andrehen will? Nun entweder du entscheidest, dass du nicht möchtest, dass dein Baby Leberwurst isst, da es aus vielen Gründen kein gesundes Lebensmittel ist (dazu wird es sicher auch noch einmal einen eigenen Artikel geben) und teilst dies selbstbewusst und klar mit, oder aber du lässt diese Ausnahme zu (und eine Ausnahme darf es ruhig bleiben, also eher selten und nicht jeden Tag) und gleichst es durch besonders salzarme Kost an anderer Stelle wieder aus. Das selbe gilt für Fast Food und Convenience Produkte (Tütensuppen, Fertiggerichte etc). Als Ausnahme ist es vertretbar, aber sollte eben kein regelmäßiger Bestandteil in eurer Ernährung sein. Ist nämlich auch für dich nicht gesund ;-)

Eine einfache Möglichkeit, dass Essen schmackhafter zu machen, ohne viel Salz zu verwenden (Salz wirkt ja als Geschmacksverstärker) ist es, Kräuter und Gewürze zu benutzen. Und ja, auch Babys dürfen gewürztes Essen essen!

 

Tolle Gewürze die auch schon für Babys geeignet sind:

 

Thymian:

Thymian schmeckt pikant, leicht pfeffrig und zugleich lieblich, teilweise sogar leicht süß. Es passt toll zu Fisch und Fleisch, Tomaten und mediterranen Gerichten. Thymian wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, schleimlösend, fiebersenkend, appetitanregend und verdauungsfördernd.

 

Rosmarin

Rosmarin ist hocharomatisch, schmeckt leicht bitter und harzig. Vom Geschmack her ist er mit einer Mischung aus Kampfer und Eukalyptus zu vergleichen. Es passt sowohl zu Fisch- und Fleischgerichten, Salaten, Suppen sowie zu Kartoffel- und Pilzgerichten. Rosmarin wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell, entspannend und beruhigend.

 

Basilikum:

Basilikum hat einen aromatischen, leicht süßlichen und etwas pfeffrigen Geschmack und ist vor allem in der italienischen Küche sehr beliebt. Es kann in Saucen, zu Fischgerichten, für Kräuterpestos, zu Nudelgerichten, aber auch zu Salaten verwendet werden. Frischer Basilikum passt perfekt zu Tomaten, Zucchini oder Aubergine. Basilikum wirkt blutdrucksenkend, antioxidativ, entzündungshemmend, analgetisch und krampflösend.

 

Petersilie

Der Geschmack von Petersilie ist würzig, intensiv und „grün“. Glatte Petersilie  ist dabei wesentlich kräftiger im Geschmack. Besonders gut macht sich glatte oder krause Petersilie in diversen Salaten, als Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße, Petersilienpesto, Kräuterbutter oder von Kräuterquark, aber auch in Suppen, zu Fisch- und Fleischgerichten passt Petersilie. Nicht zuletzt ist Petersilie ein dekoratives Kraut, das gerne über Salzkartoffeln gestreut wird.Petersilie wirkt antiseptisch, entzündungshemmend, appetitanregend, leicht angst- und stresslösend und blähungswidrig.

 

Dill

Neben Fischgerichten wertet Dill mit seinem milden, krautigen und leicht süßlichen Geschmack auch zahlreiche Speisen auf, und sorgt nebenbei für eine gut funktionierende Verdauung. Dill ist ein traditionelles und oft beliebtes Gewürzkraut, das sehr gerne zum Einlegen von Gurken genutzt wird. Dill wirkt appetitanregend, krampflösend, teilweise antibakteriell und verdauungsfördernd.

 

Knoblauch:

Knoblauch wirkt allgemein geschmacksverstärkend und kommt deshalb nicht nur in typischen Knoblauch-Gerichten wie Spaghetti aglio e olio, den spanischen Gambas al ajillo, Knoblauchbrot oder Dips wie Aioli und Tsatsiki vor sondern wird gern zu verschiedensten Braten-, Schmor-, Fisch- oder Eintopfgerichten hinzugefügt. Knoblauch wirkt antibakteriell und soll der Bildung von Thromben vorbeugen, senkt die Blutfettwerte und kann daher vorbeugend gegen arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße wirken.

 

Ich hoffe ich konnte dem Schreckgespenst Salz in der Beikost ein wenig seinen Schrecken nehmen und dir zeigen, wie eine einfache und leckere Familienkost auch mit wenig Salz funktionieren kann, was sowohl für dein Baby als auch für dich einen gesundheitlichen Nutzen hat.

 

Wenn dir mein Beitrag weitergeholfen hat, teile ihn mit anderen und lass mir einen Kommentar da!

 

Eure Katharina

 

Disclaimer:

Alle Tipps und Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und ohne Gewähr. 

 

Teile den Beitrag bei Pinterest:

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    G. A. (Freitag, 17 Juli 2020 18:31)

    Toll zusammengefasst! Vielen Dank! Gerade auch die salzärmeren Alternativen finde ich interessant. Ich gucke (für mich selbst) sonst eher nach dem Fett/Energiegehalt.